18. Juni 2026

EO Day 2026: Owning the Vibe

Ansprechpartnerin
Silvia FrankMarketing & Communications

Mit „Owning the Vibe" hat Experience One beim EO Day 2026 das Thema gesetzt, das die KI-Debatte dieses Jahres prägt. Über 100 Entscheider:innen, Praktiker:innen und Vordenker:innen kamen in Stuttgart zusammen, um darüber zu sprechen, was es braucht, damit aus dem Vibe echter Unternehmenswert wird.

Vibe Coding und KI-Agenten verändern, wie wir Software denken, entwickeln und nutzen. Unternehmen sehen sich plötzlich mit einer Flut an KI-Artefakten konfrontiert – ohne klare Verantwortlichkeiten, ohne Bewertungsmaßstäbe. Das macht Menschen, die in die Verantwortung gehen und wissen, wie man KI wertstiftend weiterentwickelt, zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Beim EO Day diskutierten wir deshalb die Frage: Wer behält den Überblick, wenn alle viben?

Den Auftakt machten am Nachmittag vier Practice Sessions: Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen gaben offene Einblicke in ihre laufenden KI-Vorhaben – mit konkreten Learnings, aber auch mit dem, was noch nicht funktioniert.

  • Engineering Agentic Chatbots – Warum Intent-basierte Architekturen scheitern und wie Agentic AI im Enterprise skaliert (BARMER): Wie der Schritt von manueller Klassifikation zu semantischer Interpretation gelingt – und warum Evaluation wichtiger ist als Implementierung.
  • Digital UX – From Vision to Transformation (Bosch eBike Systems): Von der Experience Vision zur konkreten MarTech-Initiative – mit offenem Einblick in Technologieentscheidungen und Learnings aus der Umsetzung.
  • Scaling Sovereign AI in Banking: From AI Assistance to Agentic Systems (Finanz Informatik): Der S-KIPilot für Berater:innen der Sparkassen-Finanzgruppe – vom ersten Rollout zur tief integrierten, souverän betriebenen Plattform.
  • Zwischen Strategie und PoC: Ein Erfahrungsbericht aus der Entwicklung eines Agentic-CX-Frameworks (Siemens): Bauen, Verwerfen, wieder zusammensetzen – und warum genau das die richtige Arbeitsweise für agentische Systeme ist.

Der Hype um den Vibe – und was dahintersteckt

Den inhaltlichen Bogen spannte Kai Müller, CEO Experience One, in seiner Keynote: Was als kollektive Aufbruchsstimmung begann – dem Vibe –, ist mittlerweile zu einem handfesten unternehmerischen Spannungsfeld geworden.

Er ordnete die Entwicklung entlang des 5-Level-Modells für AI Experiences ein: Die meisten Unternehmen stehen heute an der Schwelle zwischen Level 2 und 3 – von reaktiver Automatisierung zu absichtsbasierten, eigenständig handelnden KI-Agenten. Wer diesen Schritt überspringt, baut auf Sand.

Drei Strategien, die den Weg weisen:

  1. Das Spielfeld verkleinern. Nicht die KI-Gießkanne, sondern radikaler Fokus. Neue Ideen entstehen nicht trotz begrenzter Rahmenbedingungen, sondern wegen ihnen. Wer mit einem konkreten Use Case startet, baut daraus eine Capability – die sich danach unternehmensweit skalieren lässt.
  2. Spielregeln etablieren. Alle wollen viben, aber ohne Struktur wird es wild. Innovation ist kein kreativer Zufall, sondern ein strukturierter Prozess. Der Weg vom PoC zum skalierten Agentensystem braucht klare Prozesse.
  3. Ownership übernehmen. Im Vibe Coding verschiebt sich die Erwartungshaltung schnell: Prototypen wirken wie fertige Produkte, obwohl sie es nicht sind. Was Unternehmen brauchen, sind Menschen, die Verantwortung übernehmen – mit einem klaren Ziel, Urteilsvermögen, Führungsstärke, Kollaborationsbereitschaft und hoher Ambiguitätstoleranz.

Ownership im Panel: Wer trägt Verantwortung, wenn alle viben?

Im Panel-Talk moderierte Kai Müller eine Runde aus drei sehr unterschiedlichen Perspektiven: Human Nagafi (1789 Innovations), Dionysios Satikidis (Mercedes-Benz) und Prof. Dr. Lutz Göcke (Hochschule Nordhausen).

Ein roter Faden zog sich durch die gesamte Diskussion: Frühes Ausprobieren schützt vor späten Fehlern – aber nur, wenn daraus gelernt wird. Dionysios Satikidis brachte es auf den Punkt: Wer früh in die Exploration geht, versteht rechtzeitig, was echten Mehrwert bringt – und kann später skalieren, statt nachzusteuern.

Die Impulse aus dem Panel hallten beim anschließenden Networking noch lange nach.

Weitere Einblicke in den Tag auch auf unserer Eventseite eoday.experienceone.com

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Der nächste EO Day findet am 3. Juni 2027 in Stuttgart statt. Jetzt anmelden und dabei sein:

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