26. September 2026

„Früher haben wir diskutiert. Heute zeige ich es einfach.“

Redaktion
Julia KellerMarketing & Communications

Wie verändert Vibe Coding, wie wir arbeiten und entscheiden? Im Interview spricht Tobias Mihalek, Senior Projektmanager bei der BARMER.KI, über die Potenziale des aktuellen „KI-Vibes“ und wie es gelingt, in hochregulierten Branchen die Brücke zwischen gesetzlichen Leitplanken und innovativer Technologie zu schlagen.

Herr Mihalek, Sie begleiten seit 20 Jahren große Projekte – wie sind Sie zu einem der treibenden Köpfe hinter der BARMER.KI geworden?

Ich hatte das Glück, mich bewusst dafür entscheiden zu können. Zuvor hatte ich bereits Berührung mit vielen neuen Technologiethemen. Auch privat bin ich schon lange ein Early Adopter, ob bei Elektroauto oder Hausautomation. Dieser intrinsische Forscherdrang hilft mir, in Neuem die Chancen zu sehen – auch wenn man dafür in Vorleistung gehen muss. Bei der BARMER.KI hat die Mission zwei Seiten: neue Technologie ausprobieren und einen Pfad finden, sie in der Organisation zu verankern. Das braucht jemanden, der nicht nur technologisch überzeugt ist, sondern die Überzeugungskraft auch nach innen ausstrahlt. Ich kenne das Business von der Kundenbetreuung bis zu den Legacy-Systemen – das schafft Vertrauen. Und ich glaube daran, dass man transformative Themen nur mit Wir-Entscheidungen trägt, für die man gemeinsam einsteht.

Wie nutzen Sie KI und was davon hätte sich vor einem Jahr noch niemand vorstellen können?

Im Geschäftsalltag nutze ich KI als Berater, zur Bildgenerierung und in Projekten zunehmend als Coding Agent. Was ich mir persönlich noch vor einem Jahr nicht hätte vorstellen können? Dass ich ohne klassische Coding-Expertise eigenständig Webanwendungen auf die Beine stellen kann. Früher brauchte man für ein Mockup oder einen ersten Prototyp mehrere Wochen und ein Team. Heute kann ich eine Vision im Sparring mit der KI viben und in wenigen Stunden sichtbar und erlebbar machen.

Hat Vibe Coding Ihre Art Produkte zu denken und priorisieren verändert?

Die Frage, ob eine Idee oder ein Projekt funktionieren kann, lässt sich wesentlich schneller beantworten. Vibe Coding minimiert die Hürde, Dinge einfach auszuprobieren. In meiner bisherigen Arbeit wurde oft lange darüber diskutiert, ob etwas überhaupt umsetzbar ist. Ich bin von Natur aus jemand, der ein „das geht so nicht“ erst glaubt, wenn er selbst daran gescheitert ist. Ein Beispiel: Für ein aktuelles Projekt musste ich prüfen, ob eine OCR-Strecke zur Analyse von Quittungsdokumenten technisch machbar ist. Ich habe an einem Wochenende einen privaten Server aufgesetzt, n8n und Claude genutzt und den Kernprozess erprobt. Es hat funktioniert. Mit diesem Micro-Mocking, das zeigt, dass der Kern der Anforderung erfüllbar ist, überzeugt man Fachabteilungen und Entscheidende wesentlich schneller als mit jeder Präsentation.

Wie halten Sie diesen Explorationsdrang und konkrete Unternehmensziele zusammen, ohne den Fokus zu verlieren?

Forschung ist explizit Teil unseres Auftrags bei der BARMER.KI. In der Praxis…

Sie möchten weiterlesen? Das ganze Interview mit Tobias Mihalek gibt es in unserem Whitepaper „Owning the Vibe“.

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