BARMER | KI-Chatbot

KI-Beratung für 8 Millionen Versicherte und alle Interessierten: Agentic AI im Kundendialog

8 Millionen

Versicherte

>65kKonversationen

in den ersten 4 Monaten

+1.000

Konversationen pro Tag

Der digitale Beratungsassistent für barmer.de – immer erreichbar, direkt informiert

Von Versicherungsfragen über Prävention bis zu digitalen Gesundheitsanwendungen: Der KI-Chatbot der BARMER macht das Gesundheitswissen der Krankenkasse direkt zugänglich. Das System besitzt Kontextverständnis, gibt selbstständig relevante Antworten und steuert komplexe Anfragen. Wenige Tage nach Launch wurden bereits mehrere Tausend Konversationen über den KI-Chatbot geführt – der Chatbot war ab Tag 1 produktiv im Einsatz.
Das neue Serviceangebot soll zukünftig die Beraterinnen und Berater im Kundenservice entlasten und dabei unterstützen, Anfragen effizienter und besser zu priorisieren. Mit dieser Lösung verfügt die BARMER nun über die technische Plattform sowie die interne Kompetenz, ihre KI-basierten Services eigenständig weiterzuentwickeln.

Präzise Antworten, klare Grenzen

Der BARMER KI-Chatbot beantwortet Fragen rund um Kranken- und Pflegeversicherung, Gesundheitsleistungen, Mitgliedschaft und viele weitere Themen der Krankenkasse – direkt auf barmer.de, rund um die Uhr. Seine Wissensbasis speist sich aus dem gesamten Website-Content der BARMER, der strukturiert aufbereitet und regelmäßig aktualisiert wird. Anders als ein klassisches FAQ-System versteht der Assistent den Gesprächskontext: Folgefragen werden nicht isoliert bewertet, sondern im Zusammenhang des Konversationsverlaufs beantwortet.

Ebenso klar definiert ist, was er nicht beantwortet: Individuelle Fallauskünfte und medizinische Diagnosen liegen bewusst außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs – entsprechende Anfragen werden erkannt und an weiterführende Informationsseiten oder fachkundige Beraterinnen und Berater weitergeleitet. In Notfallsituationen verweist der Chatbot direkt auf geeignete Hilfsangebote. Die Nutzeroberfläche führt Nutzende dabei zielgenau zum passenden Kontaktpunkt.

Von Intent-Logik zu agentischer Entscheidung

Der ursprüngliche Plan sah einen Intent-basierten Chatbot vor: vordefinierte Pfade, manuell gepflegte Antwortstrukturen, klare Routing-Logiken. Für den Wissensumfang einer großen Krankenkasse ist dieses Modell nicht tragfähig: zu viele Themen, zu viele Varianten, zu viel Pflegeaufwand. Das System wäre ein zweites CMS geworden – mit dem gleichen strukturellen Problem: wachsende Komplexität, sinkende Beherrschbarkeit.

Die Entscheidung war konsequent: Intent-Erkennung und Routing werden nicht mehr regelbasiert gelöst, sondern durch einen agentischen Ansatz. Ein Large Language Model (LLM) klassifiziert die Nutzeranfragen und leitet diese im Kontext des Gesprächsverlaufs an den für die Aufgabe zuständigen Agenten weiter – immer entlang der implementierten Guardrails, die in einem regulierten Umfeld wie dem der BARMER zwingend erforderlich sind. Das Ergebnis: Ein System, das mit wachsender Wissensbasis nicht schwerfälliger, sondern präziser wird.

Früh war klar: Ein Chatbot, der wirklich beraten soll, braucht Zugriff auf die gesamte Wissensbasis. Ein klassischer, Intent-basierter Ansatz war hier nicht zielführend. Gemeinsam mit Experience One haben wir eine Lösung umgesetzt, die wir heute eigenständig weiterentwickeln können.

Apolline Tabourot-Emig
Chatbot Product Owner, BARMER

Infrastruktur aufbauen, Fähigkeiten etablieren

Das Ziel des Projekts war nicht allein der Launch des Chatbots – sondern sicherzustellen, dass die BARMER auch nach Projektabschluss in der Lage ist, das System eigenständig weiterzuentwickeln. Was sonst in Workshops und Seminaren nachgeholt wird, war hier von Anfang an Teil des Projekts.

Das bedeutet: das interne Team der BARMER von Beginn an einbinden und befähigen, nicht nur informieren und das Ergebnis übergeben. Technisches Setup und Architekturherleitung wurden gemeinsam erarbeitet. Durch Pair Programming, Wissenstransfer-Workshops und gemeinsame Architekturentscheidungen entstand nachhaltiges internes KI-Know-how nicht im Nachgang, sondern direkt im Projekt, bis zum eigenständigen Betrieb in der Linie.

Vom Sprint zum Prototyp: Optimierung als eigentliche Kernarbeit

KI-Entwicklung folgt einer anderen Logik als klassische Softwareprojekte. Definierter Code produziert vorhersehbares, identisches Verhalten – ein LLM nicht. Sein Verhalten kann sich bei jeder Anfrage verändern, abhängig von Kontext, Formulierung und Datenlage. Das System muss deshalb kontinuierlich test-driven auf allen Ebenen gleichzeitig weiterentwickelt werden: vom Experience Design über das Modell und die Infrastruktur bis hin zur Knowledge Base.

Wir haben diese Realität zur Methode gemacht, um schnellstmöglich den ersten testbaren Prototypen zu liefern und in die Evaluation zu kommen. Was in klassischen Projekten 80 % Entwicklung und 20 % Test ist, lief bei der Entwicklung des Chatbots umgekehrt. Interne Testgruppen lieferten frühzeitig belastbares Feedback. Der stufenweise Rollout erfolgte zunächst für 950 Mitarbeitende der Telefongeschäftsstelle; anschließend wurden alle BARMER-Mitarbeitenden ongeboardet. Optimierung wird so zum dauerhaften Modus.

Die Entscheidung, auf eine agentische Architektur umzuschwenken, war mutig – und richtig. Der Haupterfolg bei diesem Projekt war aber nicht alleine der Launch, sondern die BARMER zu befähigen, danach eigenständig weiterzumachen.

Christian Pusch
Managing Director, Experience One

Unsere Erfolgsfaktoren für maximalen Impact

Iteration statt Konzeption

KI-Systeme lassen sich zu Projektstart nur schwer zu Ende planen. Sie müssen test-driven zu einem Go Live-fähigen Produkt erprobt werden. Das klingt einfach, verändert aber grundlegend, wie ein Projekt aufgesetzt sein muss: welche Kompetenzen von Anfang an am Tisch sitzen, wie Entscheidungen getroffen werden und wann. Wir bringen die Erfahrung mit, diese Arbeitsweise von Beginn an zu etablieren und begleiten Teams dabei, diesen Ansatz zu verankern.

Systeme statt Einzellösungen

Ein funktionierender KI-Chatbot ist das Ergebnis von Dutzenden ineinandergreifender Entscheidungen: Architektur, Wissensstruktur, Evaluationsdesign, Nutzerakzeptanz, Infrastruktur, Compliance. Wir bringen die Kompetenz mit, alle diese Ebenen gleichzeitig zu durchdenken und Zielkonflikte zwischen ihnen frühzeitig aufzulösen, bevor sie zu Projektrisiken werden.

Kompetenz statt Abhängigkeit

Wir verstehen unsere Rolle nicht als verlängerte Werkbank, sondern als echter Partner auf Augenhöhe: Verantwortung wird geteilt, Wissen gemeinsam aufgebaut. Das setzt voraus, dass wir technische und fachliche Komplexität gleichzeitig durchdringen und beides in eine Sprache übersetzen können, die intern weiterlebt.

Team, Zahlen und Kontakt

Aktivitäten

  1. AI Consulting
  2. DevOps
  3. Beratung
  4. Evaluation Consulting und Implementierung
  5. Project Consulting
  6. Proxy PO

Plattform/Technologien

  1. LangChain/LangGraph
  2. FastAPI
Ansprechpartner
Christian PuschManaging Director

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